Mütterrente
Veto der Versicherung
von thomas öchsner
Thomas Öchsner
Korrespondent, Wirtschaft, Berlin
Entnommen SZ digital am 14.02.2014

Thomas Öchsner, Jahrgang 1961, hat nach seinem Zivildienst und einem Volontariat bei der Saale-Zeitung in Bad Kissingen Geschichte, Wirtschaftsgeschichte und Politikwissenschaften in München studiert. Danach war er unter anderem stellvertretender Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion der Abendzeitung in München. Seit 1999 ist Öchsner bei der SZ, zunächst als Finanzredakteur in München, seit November 2008 als Korrespondent in Berlin. In der Hauptstadt ist er vor allem für das Arbeits- und Wirtschaftsministerium zuständig.
Berlin – Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) hat sich in ungewöhnlich deutlicher Form gegen die Rentenpläne der großen Koalition gewandt. Der Vorstand der DRV sehe „mit Sorge, dass die geplante Mütterrente mit einem Finanzierungsvolumen bis 2030 von 105 Milliarden Euro nahezu ausschließlich auf Kosten der Rentenversicherung bezahlt werden soll“, teilte die DRV mit. Vor allem die Beitragszahler müssten für die Besserstellung von Müttern mit vor 1992 geborenen Kindern aufkommen. Kindererziehungsleistungen anzuerkennen, sei aber „eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die von allen Steuerzahlern zu finanzieren ist“. Der Vorstand sehe keinen Grund, „weshalb die Beitragszahler auch Mütterrenten für diejenigen finanzieren sollten, die nie selbst in die Rentenversicherung eingezahlt haben“, also etwa für Selbständige, Ärzte, Anwälte oder Apotheker. Diese könnten allein durch ihre Kinder oder mit Kindern und freiwilligen Beiträgen über ein bis zwei Jahre bereits Rentenansprüche erwerben, sagte ein DRV-Sprecher. Der Vorstand fordert, die Mütterrente voll aus Steuermitteln zu finanzieren.

Advertisements