Empathie für Russland

Schröder, Steinmeier sind die Garanten für Verhandlungen mit Putin. Sie können zwar nicht für die EU sprechen, aber vermitteln für die westlichen Mächte. Realpolitik in der jetzigen
Situation heißt „status quo“. Mehr macht Putin erstmal nicht. Gefährlich wird es erst, wenn er an die westliche Ukraine geht. Dann könnte sich der Westen nicht mehr zurückhalten, weder mit wirtschaftlichen Sanktionen noch mit einem potentiellen Militäreinsatz. Aber auch jetzt ist der Westen unmittelbar gefragt, zu vermitteln mit dem Hintergrund seiner wirtschaftlichen Macht. Die gegenseitige Abhängigkeit zwischen der EU und Russland impliziert, dass eine weitere Eskalisation durch Vermittlung aufzuhalten ist. Dabei muss die Empathie zu Putin beachtet werden. Gleichzeitig muss die EU die USA mit in die Vermittlungen einbeziehen. Steinmeier beherrscht bis jetzt diese Politik. Meine Hoffnung eines guten Gelingens setze ich auf ihn. Er zeigt wohl aufgrund seiner Erfahrung aus der ersten Amtszeit, dass das Außenamt Potenzial hat und die Kanzlerin in der Außenpolitik im Gegensatz zur letzten Amtsperiode farbloser erscheint. Aber auch für Putin ist die neue Situation nach „Meidan“ im eigenen Land nicht ohne Risiko . Falls sich der wirtschaftliche Abstieg Russlands fortsetzt, wird er nicht mehr so fest im Sattel sitzen und der Demokratieprozess in Russland könnte sich, wie in der Ukraine, fortsetzen. Dieses alles ist vom Westen mit viel Empathie für Russland aufzunehmen und wird in den Verhandlungen mit Russland eine entscheidende Rolle spielen. Es braucht also Geduld und viel Verhandlungsgeschick. Ein Abbruch des Miteinander-Sprechens wäre der absolut falsche Weg. Auch Sanktionen müssen vorsichtig gehandhabt werden, könnten aber vorsichtig eingesetzt die Verhandlungen mit Putin fördern. Putin geht soweit, wie man ihn läßt.

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