orden ist.“
„In Regionen, in denen viel Mais angebaut wird, leiden
die Bienen regelrecht Hunger.“
Die Varroa-Milbe ist freilich nicht der einzige Grund, warum die Bienen leiden. Viele Imker sind sogar fest überzeugt da- von, dass sie nicht einmal der wichtigste ist. Für sie ist längst die Landwirtschaft der Feind Nummer eins der Bienen. „Man kann es leider nicht anders sagen“, sagt Manfred Hederer. Der 66 Jahre alte Berufs- imker aus Utting am Ammersee ist seit zwei Jahren im Ruhestand. Aber er hat im- mer noch um die 40 Bienenvölker. „Wenn die Maismonokulturen immer mehr und immer größer werden und auf den Wiesen kein Platz mehr ist für Blumen, braucht sich keiner zu wundern, dass es den Bienen immer schlechter geht“, sagt Hederer. „Die finden einfach immer weniger Nahrung.“
Der Maisanbau hat auch in Bayern im- mense Ausmaße angenommen. Ein Fünf- tel der Äcker im Freistaat sind Maisäcker. „Wo aber Mais angebaut wird, wachsen kei- ne Feldblumen und anderen Trachtpflan- zen mehr“, sagt Arno Bruder. Der 58-jähri- ge Weilheimer ist Fachberater für Imker in Oberbayern. „In Regionen, wo sehr viel Mais angebaut wird, leiden die Bienen den Sommer über regelrecht Hunger.“ Wenn überhaupt, dann sind Maispollen eine sehr einseitige und minderwertige Nahrung.
Doch das ist es nicht alleine. Auch der massive Pestizideinsatz im Maisanbau schädigt die Bienen. „Die großen Agrarkon- zerne wollen es zwar nicht wahrhaben“, sagt Bruder. „Aber es ist einfach so, dafür gibt es viele Belege.“ So hat die EU-Lebens- mittelbehörde Efsa im vergangenen Jahr in einem Gutachten festgestellt, dass die sogenannten Neonicotinoide – das sind neuere Insektizide, die beim Anbau von Mais, aber auch von Raps, Rüben, und Son- nenblumen verwendet werden – Bienen- sterben verursachen können. Darauf wur- de ihr Einsatz für zwei Jahre verboten – um ihre Auswirkungen näher zu erforschen. Die Hersteller des Pflanzenschutzmittels bestreiten die Gefahr für Bienen vehe- ment. Die Imker befürchten, dass sich die Konzerne und ihre mächtige Lobby durch- setzen könnten und die Insektizide alsbald wieder erlaubt sein

prag-athen-zweischatten

von sebastian beck
Mal angenommen, es gäbe eine Maismaus, einen Blauen Maisvogel, einen Maishasen. Oder eine Maisfeldlerche. Dann wäre dieser Sommer für sie ein Paradiessommer. Übermannshoch, mit Unkrautvernichter und Kunstdünger großgezogen, wuchern sie ins Land hinein, die Plantagen bayerischer Maisbauern. Immer näher schieben sie sich an den Alpenrand, wo bis vor ein paar Jahren noch Kühe auf den Weiden dösten. Hätten Franz Marc und Wassily Kandinsky nicht vor hun- dert Jahren, sondern 2014 im Kochler Moos gemalt, dann würden Maisfelder und Industrieställe ihre Bilder zieren.
Mehr als ein Viertel der bayerischen Äcker sind inzwischen mit Mais be- deckt. In diesem Jahr wuchs die Anbau- fläche noch einmal um 4,7 Prozent, wie Landwirtschaftsminister Helmut Brunner kürzlich mitteilte. Mancherorts kommt man sich inzwischen vor wie in einem riesigen Maislabyrinth.
Naturschützer reißen Riesen-Bären- klau und Indisches Springkraut heraus, weil sie in ihnen schädliche Eindringlinge sehen. Aber Invasoren wie diese sind harmlos im Vergleich…

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