Erdogan muss das Trauma dreißig Jahre Blutvergießen mit den Kurden überwinden. Nur so besteht er die aktuelle außenpolitische Herausforderung durch die IS- Miliz. Derzeit wankt er noch hin und her ohne erkennbare Strategie. Einerseits hat er den Truppen seiner Armee den Freibrief zum Kampf gegen die IS-Terroristen erteilt, andererseits hindert er die türkischen Kurden am Grenzübertritt. Er fürchtet sich noch immer vor einer politischen oder militärischen Stärkung der türkischen Kurden. So hätte er gerade jetzt die Gelegenheit, das Verhältnis zu den türkischen Kurden historisch zu lösen, indem er seine Kurden in den türkischen Staat integriert.
Er müsste Ihnen mehr politische Integration ermöglichen und im Kampf gegen die IS Freiheiten einräumen, damit sie ihren Stammesgefährten zu Hilfe kommen können.

Erdogan braucht nach Ägypten und Syrien außenpolitischen Erfolg, sonst wird er als außenpolitischer Verlierer in die Geschichte eingehen. Auch innenpolitisch wird er sich im Demokratiesierungsprozess bewähren müssen. Nur dann wird er sich gegenüber seinem Volk als Nachfolger Atatürks , dem Gründer der modernen Türkei, historisch in Erinnerung halten können.

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